Flensburg – Die aktuellen Zahlen des Kraftfahrt-Bundesamtes (KBA) zum Fahrzeugbestand in Deutschland liefern spannende Einblicke in die Vorlieben verschiedener Altersgruppen. Unter anderem zeigt die Statistik, welche Automarken besonders häufig von älteren Menschen gefahren werden. Darüber berichtet das Magazin Auto Motor und Sport. Grundlage der Auswertung ist der gesamte Pkw-Bestand in Deutschland zum Stichtag 1. Januar 2025.
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Senioren am Steuer: Japanische Marken klar vorn
Besonders auffällig ist die starke Position japanischer Autohersteller bei Fahrerinnen und Fahrern ab 60 Jahren. An der Spitze liegt Suzuki: 50,6 Prozent aller in Deutschland zugelassenen Suzuki-Pkw sind auf Halter dieser Altersgruppe angemeldet. Damit entfällt mehr als jedes zweite Fahrzeug der Marke auf Seniorinnen und Senioren.
Diese Beliebtheit zieht sich durch nahezu alle Modellreihen – vom Kleinwagen Swift bis zum SUV Vitara. Besonders deutlich wird der Trend beim Suzuki Splash: Rund 69 Prozent dieses Modells sind auf ältere Fahrzeughalter zugelassen.
Auch andere japanische Marken schneiden stark ab:
- Subaru: rund 49 Prozent
- Honda: etwa 47 Prozent
- Mitsubishi: ca. 45 Prozent
- Toyota: rund 44 Prozent
Deutsche Hersteller nur im Mittelfeld

Unter den europäischen Marken weist Dacia mit 43,6 Prozent den höchsten Seniorenanteil auf. Knapp dahinter folgt Citroën mit 42,9 Prozent. Erst danach taucht mit Opel die erste deutsche Marke auf – hier liegt der Anteil älterer Halter bei 41,4 Prozent.
Der Konzern Daimler (Mercedes-Benz und Smart) kommt auf 41,3 Prozent. Überraschend schwach schneidet Volkswagen ab: Nur etwa 34 Prozent der VW-Pkw sind auf Personen ab 60 Jahren zugelassen.
Allerdings sind diese Zahlen mit Vorsicht zu interpretieren. Denn viele jüngere Fahranfänger melden ihre Fahrzeuge aus Versicherungsgründen auf Eltern oder Großeltern an, um Beiträge zu sparen. Das kann den Seniorenanteil einzelner Marken künstlich erhöhen.Warum Senioren japanische Autos bevorzugen
Auto Motor und Sport nennt mehrere Gründe für die hohe Beliebtheit japanischer Fahrzeuge bei älteren Menschen. Viele Modelle – insbesondere von Suzuki oder Subaru – gelten als technisch übersichtlich, robust und wenig überladen. Statt komplexer Touchscreens setzen sie häufig auf analoge Bedienelemente mit gut lesbaren Schaltern.
Auch die Ergonomie spielt eine entscheidende Rolle. Fahrzeuge wie der Suzuki Splash oder der Honda Jazz bieten:
- eine erhöhte Sitzposition für bequemes Ein- und Aussteigen
- kompakte Abmessungen für bessere Übersicht
Hinzu kommen vergleichsweise niedrige Anschaffungskosten, geringer Kraftstoffverbrauch und wenige Werkstattbesuche – Faktoren, die für Rentner mit begrenztem Budget besonders wichtig sind.Junge Autofahrer: Seat ganz oben
Die KBA-Daten zeigen auch klare Vorlieben bei Autobesitzern unter 29 Jahren. In dieser Altersgruppe führt Seat mit einem Anteil von 10,2 Prozent. Es folgen:
- Audi: 8,9 Prozent
- BMW: 7,7 Prozent
- VW: 6,1 Prozent
Am wenigsten vertreten ist Porsche: Nur 1,6 Prozent der Halter sind jünger als 29 Jahre.
Fahrzeugbestand in Deutschland wächst weiter
Zum 1. Januar 2025 waren laut KBA insgesamt 61.097.943 Kraftfahrzeuge in Deutschland registriert – ein Zuwachs von 0,7 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Davon entfielen 49.339.166 Fahrzeuge auf die Klasse der Pkw, was einem Plus von 0,5 Prozent entspricht.
Rund 88 Prozent der Pkw waren auf private Halter zugelassen, der Rest auf gewerbliche.
Beim Markenanteil am gesamten Pkw-Bestand liegt VW weiterhin klar vorn:
Audi: 6,7 Prozent (+0,2 %)
VW: 20,9 Prozent (+0,4 %)
Mercedes-Benz: 9,6 Prozent (+0,4 %)
Opel: 7,9 Prozent (–2,2 %)
BMW: 7,0 Prozent (+0,7 %)
Ford: 6,7 Prozent (–2,3 %)
Die Zahlen zeigen deutlich: Während VW insgesamt dominiert, setzen ältere Autofahrer verstärkt auf japanische Marken, die mit Einfachheit, Zuverlässigkeit und Alltagstauglichkeit punkten.
